Hinweis: Der hier beschriebene „Remo“-Modus ist eine optionale Zusatzfunktion für die Bedienung direkt an der Maschinenkonsole. Wenn Sie Ihre CNC-Programme lieber direkt am PC verwalten und von dort aus steuern möchten, müssen Sie diese Funktion nicht aktivieren oder einrichten. Sie können diesen Abschnitt in diesem Fall einfach überspringen.
Remo (Multi-CNC-Server)
Häufig steht die CNC-Maschine ein gutes Stück vom DNC-PC entfernt, oder Sie betreiben gleich einen ganzen Maschinenpark an einem zentralen Rechner. Das Letzte, was man in der Werkstatt dann gebrauchen kann, sind hin- und herlaufende Maschinenbediener, laut rufende Kollegen oder ein Gedränge vor dem gemeinsamen DNC-Computer.
Besäßen Ihre CNC-Maschinen ein modernes Betriebssystem, könnten sie sich einfach ins Firmennetzwerk einklinken und auf einem Netzlaufwerk stöbern. Ältere oder klassische NC-Steuerungen bringen von Haus aus jedoch keinerlei Netzwerkfunktionen mit – sie sind zu so etwas schlicht nicht in der Lage.
Was jedoch nahezu jede CNC beherrscht, ist die Datenübertragung über eine RS232-Schnittstelle. Zwar können Steuerungen von sich aus keine Dateien aktiv auf einem Computer anfordern, aber sie können Daten an den Rechner senden. Wenn wir also an der CNC eine kleine Textdatei anlegen, dort unseren Programmwunsch eintragen und diesen „Auftrag“ an den PC schicken, funktioniert das Ganze: Solange die DNC-Software (in diesem Fall „RemoDNC“) auf solche eingehenden Dateien wartet, liest sie den Befehl aus und führt die gewünschte Aktion vollautomatisch aus. Das Schöne an RemoDNC ist, dass diese Software genau für solche simplen Dateianfragen ausgelegt ist – und das mit nahezu jeder CNC, die überhaupt Programme ausgeben kann.
Bevor Sie den Server-Betrieb nutzen können, müssen Sie ihn einmalig aktivieren und einrichten. Wie das funktioniert, schauen wir uns gleich an. Vorab ein praktisches Anwendungsbeispiel: Wir zeigen die Abläufe hier am Beispiel einer Fanuc-Steuerung, da die meisten gängigen CNC-Modelle auf dem Markt denselben ISO-Standard verwenden. Für andere Fabrikate zeigen wir auf den folgenden Seiten passende Alternativen auf.
Sobald RemoDNC im Hintergrund im Remo-Modus lauscht, können Sie den Computer getrost links liegen lassen und Ihre Arbeit komplett an der CNC-Konsole erledigen.
Erstellen Sie in Ihrer CNC-Steuerung ein kleines, ansonsten ungenutztes Programm. Wir nennen es schlicht „den Läufer“ (weil es wie ein Botenjunge mit unserem Befehl zum Computer geschickt wird). Nehmen wir als Beispiel die Programmnummer 9999 (O9999). Natürlich steht es Ihnen frei, jede andere freie Nummer zu wählen. In unserem Fall soll Remo der Maschine das Programm 1234 schicken. Bei einer Fanuc-Steuerung sieht ein solches Läuferprogramm so aus:
%
O9999
(1234)
%
Das ist auch schon alles – exakt vier Zeilen. Wenn Sie so weit sind, senden (lohnen/ausgeben) Sie den Läufer an den PC und schalten die CNC kurz in den Empfangsmodus („Input/Read“). Sobald Remo den Läufer empfängt, öffnet die DNC-Software die Datei, sieht die Nummer (1234) in den Klammern und weiß sofort, dass die Maschine auf dieses Programm wartet. Remo sucht die entsprechende Datei im Standardordner heraus, lädt sie und schickt sie direkt zurück an die CNC.
Speichern Sie dieses Läuferprogramm dauerhaft auf Ihrer CNC ab. Für künftige Aufrufe müssen Sie dann lediglich die Nummer in den Klammern anpassen, um ein anderes Programm anzufordern.
Diese Seite hat Ihnen einen kurzen Einblick gegeben, was mit Remo möglich ist. Auf den nächsten Schritten erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Funktion aktivieren und konfigurieren.
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